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Woher kamen die Gebr. Seppelfricke?

1686

Erste Erwähnung des Namens Seppelfricke in Verl. Es gibt eine Liste ‘St. Anna - Verl: Verteilung der Sitzplätze in der Annen-Kapelle 1686’. Dort stehen die Namen von 577 gekauften Sitzplätzen und es gibt weitere 56 freie Plätze. Quelle


folget auff dem Uffstandt in die elf 11 erste jede ad 14.

1 johann kreyenwinkel, berenshemke, stropslein, grote in gante, johan hagenbroick, seppelfricke, honnerlagen greite, copperer johan, johan hambrinker, woistenhemke, junkern jorges, johan scheiperfelke, mettenborger, rodejohanhenrich.


1825

Um 1825 gibt es über 2000 Höfe im Einflußbereich der Grafschaft Kaunitz-Rietberg. Für viele davon gibt es ausführliche Hofbeschreibungen (Hofbücher) von 1668. Das Hofbuch von Seppelfricke, Bornholte ist B 415.


1848

Heinrich Balthasar Seppelfricke (Vater von Josef) wird in Verl geboren. Schwester ist Anna Maria Seppelfricke (* 2.9.1845). Eltern von beiden sind der Kötter Heinrich Seppelfricke und Anna Maria Dreismickenbecker.

Einnerungen von Josef Seppelfricke dazu:

Meine Großeltern von Vatersseite hatten in Bornholte bei Verl Krs. Wiedenbrück ein kleines ländliches Besitztum. Sie haben ihre goldene Hochzeit gefeiert. Mein Vater Heinrich ist 90 Jahre alt geworden. Er war stets gesund, rüstig, flink und auch geistig vollständig frisch.


1872

Die Eltern von Josef Seppelfricke, der Landwirt und Mühlenbesitzer Heinrich Balthasar Seppelfricke (* Verl 1848) und Catharina geb. Habig, verw. Schlattmann (* Rietberg 28.01.1838) heirateten am 17.09.1872 in Sankt Marien, Marienfeld.

Heinrich Balthasar Seppelfricke betrieb als Pächter die Klostermühle in Marienfeld, die zuvor der verstobene Mann von Catharina (der Müller Schlattmann) betrieben hatte.

Die Mutter, die 10 Jahre älter als der Vater war, starb am 09.06.1898 in Marienfeld. Heinrich B. Seppelfricke heiratete danach Anna Hohmeyer, die 1939 starb.


1877

August Seppelfricke wird geboren.


1879

Josef Seppelfricke wird am 24.1.1879 in Marienfeld im Kreis Warendorf geboren. Überliefert ist, dass Josef im Alter von etwa 2 Jahren, also so um 1881, in den Mühl-Stauteich fiel. Aus diesem konnte er aber schnell gerettet werden. Josef Seppelfricke hatte 2 Schwestern (Clärchen und Anna), die direkt nach der Geburt verstorben sind und 3 Brüder:

und weitere Stiefgeschwister seitens der Mutter in der ersten Ehe (Maria und Robert Schlattmann).

Der älteste Bruder, Heinrich Seppelfricke blieb wie üblich am Ort. Gustav Seppelfricke, Konditor zog später nach Frankfurt und August Seppelfricke zog mit Josef Seppelfricke 1898 in die Grüne.


1898

Josef und August Seppelfricke pachten den Getreide- und Mehlhandel Wilke in der Untergrüne.




Erinnerungen von Josef Seppelfricke (Abschrift aus dem Originalmanuskript)


Meine Eltern waren beide sehr fleißig, solide und sparsam. Sie betrieben die Wassermühle mit kleinem Getreidehandel, Ankauf geschlachteter Schweine und Landwirtschaft von 5 Kühen, 1 Pferd usw.

Später kaufte mein Vater einen Kotten von 55 Morgen Größe, den er verpachtete. Als ich 17 Jahre alt war, bekam mein Vater Streit mit dem Rentmeister des Klosterbesitzers Freiherr v. Korff, was zur Folge hatte, daß ihm die Pacht der Mühle gekündigt wurde.

Er kaufte daraufhin eine schöne Besitzung an der Reichsstraße in Harsewinkel (früher Bahnhofsstraße heute Güterloher Straße 24) mit etwa 2 Morgen Grund, baute dort eine Dampfmühle und kaufte eine Dampfdreschmaschine, mit der er das Dreschen bei der umliegenden Landwirtschaft besorgte.


Wir drei Brüder: Heinrich, August und Josef waren alle Müller und machten in der neuen Dampfmühle der Klostermühle große Konkurrenz, wodurch der Pächter nicht bestehen konnte. Nachdem ich schon ein

Jahr in Gronau als Müller gewesen war, gefiel es mir nicht, zu Dreien in der dann nicht so rentablen Dampfmühle zu bleiben, sondern ich wollte mir eine andere Pachtmühle suchen


















Wir drei Brüder: Heinrich, August und Josef waren alle Müller und machten in der neuen Dampfmühle der Klostermühle große Konkurrenz, wodurch der Pächter nicht bestehen konnte. Nachdem ich schon ein

Jahr in Gronau als Müller gewesen war, gefiel es mir nicht, zu Dreien in der dann nicht so rentablen Dampfmühle zu bleiben, sondern ich wollte mir eine andere Pachtmühle suchen.


Heinrich Seppelfricke pachtete die Klostermühle wieder zu der anderen und nahm den Gastwirt Anton Viehmeyer als Teilhaber unter der Firma Seppelfricke & Viehmeyer auf. Diese beiden unternahmen sehr viel. Außer den beiden Mühlen bauten sie eine schöne Sägemotor-Mühle in Harsewinkel nebst Elektrizitätswerk.

Ferner bauten sie in Füchtdorf noch eine Dampfmühle, die sie verpachteten, und am Bahnhof Marienfeld noch eine

schöne Wirtschaft "Waldschlösschen". Auch hatten sie inzwischen noch einen Kotten gekauft. Diese Unternehmungen waren dann zuviel und wegen gespannt gewordener Verhältnisse verkauften sie nachher die Besitzungen wieder,  außer der Harsewinkler Mühle. Heinrich verstand sich gut mit Viehmeyer, jedoch Frau Viehmeyer neigte zu Streitigkeiten. Als Heinrichs 5. Kind Alwin acht Tage alt war, bekam er eine Blinddarmentzündung und starb nach der Operation. Seine Frau Christine geb. Dütting konnte das Geschäft nicht führen und setzte darum Viehmeyer dafür ein. Nach zwei Jahren hatte dieser eine Unterbilanz von 2o.ooo,- RM gemacht. Es war darum eine Auseinandersetzung notwendig. Es fand eine notarielle Versteigerung statt und Frau Christine blieb Meistbietende. Weil sie die bedungene sofortige Auszahlung nicht leisten konnte, habe ich

RM 2o.ooo,- als Darlehen dazugegeben. Weil die Kinder aber noch zu jung waren, konnte Christine auch nicht existieren und machte weiterhin Unterbilanz. Deshalb verkaufte sie später wieder die Besitzung und ließ sich in Bielefeld nieder. Infolge Rücksichtnahme verlor ich mein Darlehen, habe dazu die pfändbaren Sachen gekauft und ihr gelassen. In Bielefeld fingen die Kinder an zu verdienen und da ging es ihnen wieder besser.

Mein Bruder Gustav Fricke war nach der Schulzeit immer aus dem Hause; er hatte Konditor gelernt und arbeitete von einer Rheinstadt in der andern. Später heiratete er und machte sich in Höchst selbständig. Einige Jahre später kaufte er in Frankfurt eine Konditorei mit Cafe, wo er viel Geld verdiente. Alsdann kaufte er noch drei große Mietshäuser. Zuletzt wurde er noch stiller geldlicher Teilhaber an einer Fabrik, wo er aber Betrügern in die Hände fiel. Er hatte einen Sohn Albert, der als einziges Kind sehr verwöhnt wurde und gewohnt war, einfach an die Geschäftskasse zu gehen und beliebige Mengen Geld herauszunehmen, um damit ein recht flottes Leben zu führen. Dieser Albert kam nun mit in die Fabrik als Vertrauensmann und zur Kontrolle. Er sollte seinen Vater laufend von der Rentabilität des Unternehmens unterrichten. Der Chef der Fabrik verstand es aber, Albert so zu informieren, daß alles prima war, wogegen er nach ein paar Jahren Pleite machte. Weil mein Bruder stiller Teilhaber geworden war, sollte er die Schulden von RM 7o.ooo,— decken und nur durch einen Prozeß ist es ihm gelungen, nur das eingelegte Geld zu verlieren und nicht noch für die weiteren Schulden aufzukommen.

Später hat Gustav eine Villa in Epstein/Taunus gekauft und sich in den Ruhestand gesetzt. Die Villa verkaufte er später wieder und baute in Frankfurt an der Parlamentstraße ein schönes Mehrfamilienhaus, das man aber später zu Alberts Zeiten wieder verkaufen mußte.

Briefkopf Gustav Fricke 1923

Koselstraße 57 (linkes Eckhaus)

https://goo.gl/maps/TU7ynXUY5CXDxRrZ7

Bild: Reinhold Berlin